Pressemitteilung  
   
Verfasser: Kurt Singer

07. Juli 2011

 

Von Schwachwind, Vermaisung und zu kaltem Wasser

 

CSU besucht Stadtwerke - Regenerative Energien im Fokus - Riedl: "Stehe voll zum Atomausstieg, aber ohne Brückentechnologien geht es nicht"

 

 

Die Funktion einer Wasseraufbereitungsanlage erläuterte der Betriebsleiter Wasser der Stadtwerke, Rainer Frieben (links), in der Anlage in Grub. Dabei waren unter anderem auch Werkleiter Stefan Munding (4. von links), Bürgermeister Georg Riedl (Mitte), CSU-Ortsvorsitzender Wolfgang Beißmann (3. von rechts) und JU-Ortsvorsit-zender Christian Steiger (rechts). - Foto: Singer

 

Pfarrkirchen. Beim Besuch des CSU-Ortsverbandes bei den Stadtwerken hat Bürgermeister Georg Riedl betont, dass es das Gebot der Stunde sei, sich mit den erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen. Deshalb sei es gut, dass nun die CSU dieses Thema besetze.

 

Mit ihrem Vorstoß "Energieoffensive 2020" hatten Freie Wähler, Junge Liste-Bürgerliste/Grüne vor Wochen für kontroverse Debatten im Stadtrat gesorgt und sich Kritik („zu umfangreich und allgemein") eingehandelt - sowohl von der CSU ("Schauantrag", "unpräzise") als auch der SPD ("es muss ein Ziel definiert werden"). In ihrem Antrag hatten sie "Weg vom zentralen Verteilernetz - hin zum dezentralen Einspeisenetz" als Devise ausgegeben und gefordert, alle Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien zu erkunden. Auf Pfarrkirchen bezogen wurden Windkraft, Geothermie, Errichtung von Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Nutzung der Abwärme sowie die Photovoltaik genannt.

 

Ohne direkt auf diesen Vorstoß der beiden Stadtratsfraktionen einzugehen, kamen aber beim CSU-Besuch in den Stadtwerken Themen daraus zur Sprache - neben den allgemeinen Informationen, die Werkleiter Stefan Munding, dessen Stellvertreter Hans Kremsreiter, kaufmännische Leiterin Alexandra Seidinger-Brunn und der Betriebsleiter Wasser, Rainer Frieben, gaben.

 


Lange vor Fukushima mit Ausbau begonnen


 

Hinsichtlich der erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind betonte Bürgermeister Georg Riedl, dass diese immer, aber nicht immer zu jeder Zeit zur Verfügung stünden. Entscheidend werde es sein, für die aus Sonne oder Wind gewonnene Energie eine geeignete Speichermöglichkeit zu schaffen. "Ich stehe voll zum Ausstieg aus der Atomkraft", betonte er. "Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass es ohne Brückentechnologien wie Gas- und Kohlekraftwerke nicht gehen wird." Auch müsse man dazu bereit sein, die regionalen und überregionalen Stromnetze zu ertüchtigen und auszubauen - geschätzte Kosten etwa 160 Milliarden Euro - und dabei Unannehmlichkeiten und einen Anstieg des Strompreises in Kauf zu nehmen.

 

Die Stadt Pfarrkirchen habe schon lange vor Fukushima mit dem Ausbau der Photovoltaik auf stadteigenen Gebäuden begonnen, sagte er. Man habe das Kraftwerk in Moosmühle im Rahmen der Hochwasserfreilegung installiert und arbeite mit Wärmekrafkopplung in der Kläranlage und im Schwimmbad. Wer Biogaskraftanlagen fordere, müsse auch bereit sein, dafür eine "Vermaisung" der Landschaft zu ertragen.

 

Schließlich wies Riedl darauf hin, dass Pfarrkirchen in einer "Schwachwindgegend" liege und so Windkraftanlagen kaum möglich wären. "Energie ist das Thema der Zukunft und die Stadt Pfarrkirchen wird alles tun, den Erfordernissen der Zukunft gerecht zu werden. Aber um autark zu werden, müssen viele Mosaiksteine im Energiemix zusammen passen", so der Bürgermeister.

 


Absage an Geothermie


 

Zur Geothermie stellte Werkleiter Stefan Munding fest, dass in unserer Gegend das Wasser nur 70 Grad heiß sei, aber für eine sinnvolle Verwertung mindestens 130 Grad erforderlich seien. Außerdem müssten kurze Wege von der Erzeugung zum Abnehmer gegeben sein.

 

CSU-Ortsvorsitzender Wolfgang Beißmann bedankte sich zunächst bei den Stadtwerkemitarbeitern, dass diese in ihrer Freizeit der CSU zur Verfügung gestanden waren. Er machte sich dafür stark, einzelne Projekte konzentriert zu prüfen und anzugehen und sich nicht zu verzetteln. Beißmann: „Die Energie ist eine wichtige Baustelle, aber als Kommune haben wir auch viele andere grundlegende Aufgaben zu erledigen, und dies alles muss miteinander in Einklang gebracht werden."

 
     

  Termine  
 
 
     

 

 
 
Spenden   Sitemap Kontakt Impressum
Besuchen Sie die CSU auf: